• Normale Cannabis-Aktien sind noch spekulativ und nicht profitabel.
  • Pot-Stocks unterliegen einem hohen, politischen Risiko.
  • Aber auch die Cannabis-Industrie benötigt Immobilien.
  • Cannabis-REITs sind von Anfang an profitable und frei von rechtlichen Risiken.

Cannabis-Aktien (auch Pot-Stocks genannt) sind eine Zeitlang in aller Munde gewesen. Nach der Legalisierung in einigen Bundesstaaten der USA haben sich die ersten Aktien aus dieser Branche an die Börse gewagt und konnten auch schnelle Kursgewinne erzielen. Nachdem die Euphorie dieses neuen Wirtschaftszweiges jedoch starke Übertreibungen erlebt hatte, waren viele Aktien auf ein Kurs-Niveau gestiegen, von dem aus weitere Kursgewinne kaum noch zu erwarten waren. 

Und tatsächlich sind so gut wie alle Cannabis-Aktien, die das eigentliche Produkt herstellen und verkaufen, danach auch wieder tief gefallen. 

Ein Investment in Marihuana war deshalb immer spekulativ und wurde von hoher Volatilität begleitet. Über allem schwebte auch jederzeit das Risiko, dass die Legalisierung doch nicht so stark ausfällt oder sogar wieder zurückgenommen werden könnte. 

Wer als Anleger Sicherheit und planbare Dividenden bevorzugt hatte, der brauchte sich bis vor kurzem mit einem Investment in Cannabis nicht zu beschäftigen. Seit neuestem bietet aber auch der REITs-Markt die passenden Aktien, um sowohl von dem Zukunftspotenzial THC-haltiger Produkte zu profitieren, wie auch von stabilen Erträgen und regelmäßigen Dividenden. 

REITs haben den Vorteil, dass es sich um reine Immobilien-Firmen handelt, die an der Börse von jedem Kleinanleger gekauft werden können. Zudem sind sie auf Unternehmensebene von Gewerbesteuern befreit und zahlen üppige Dividenden aus. 

Im Falle von Cannabis-REITs ist es nun so, dass dem REIT die Produktionsanlagen, Gewächshäuser und Gewerbehallen gehören, in denen Cannabis-Produkte zu medizinischen Zwecken oder zum privaten Konsum hergestellt, verarbeitet und transportiert werden. Der REIT vermietet seine Gebäude an Firmen wie Aurora Cannabis, Tilray oder Canopy Growth. Diese Firmen betrieben das eigentliche Geschäft mit allen dazugehörigen Risiken. Der REIT trägt dabei keine Risiken, was die Legalisierung oder einen Richtungswechsel der Politik betrifft. Im Gegenteil: Selbst bei einem Verbot von Cannabis hat er einen gültigen Mietvertrag und kann auf seine Miete bestehen.

Dass diese Miete in solch einem Fall eventuell nicht mehr bezahlt werden kann, ist natürlich weiterhin zu beachten und bei Cannabis-REITs vermutlich auch als wahrscheinlicher anzusehen, als bei anderen REITs. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei den Gebäuden im Portfolio der REITs um normale Gewerbehallen und Gewächshäuser, welche sich auch ohne weiteres an Firmen aus anderen Branchen vermieten lässt. 

Die Planbarkeit der Mieteinkünfte lässt es somit zu, dass die Cannabis-REITs von Anfang an profitabel wirtschaften können. Eine Tatsache, die man von normalen Pot-Stocks noch lange nicht behaupten kann. 

In welche REITs kann man investieren?

Auch, wenn es REITs in der jungen Cannabis-Branche noch nicht wie Sand am Meer gibt, so findet man dennoch mehr Anlageobjekte, als man denkt. 

Der größte REIT und damit vermutlich der Branchen-Standard ist Innovative Industrial Properties Inc. Der unter dem Börsenkürzel IIPR gehandelte REIT nutzte den Kapitalbedarf der jungen Pot-Stocks schnell für sich und begann im Jahr 2016 damit, Cannabis-Unternehmen ihre Produktionshallen zu langlaufenden Verträgen abzukaufen oder diese für sie zu bauen, um deren Kapitalbedarf zu optimieren. Entstanden ist der größte REIT in der Cannabis-Industrie. Der REIT wird im Buch „REITs und Immobilienaktien verstehen“ im Kapitel der Industrial-REITs auf S.122 ausführlicher vorgestellt. 

Deutlich weniger bekannt und damit ein absoluter Geheimtipp ist Power REIT. Die Firma ist laut Firmenhomepage auf Gewächshäuser zur „Indoor-Gemüseanbau“ spezialisiert. Schnell ist aber erkennbar, dass der Anbau von Cannabis der neue Schwerpunkt werden soll. Im Unterschied zu IIPR ist der Power REIT schon älter und galt bisher als Infrastruktur-REIT. Sein Portfolio bestand zu Anfang aus einem Netz von Eisenbahnschienen der Pittsburgh & West Virginia Railroad. Später kamen Grundstücke für Solarzellen hinzu. Die Gewächshäuser sind ein neuer Geschäftszweig, den das Management aber mit absoluter Priorität ausbaut. 

Zwei weitere REITs, die jeder Cannabis-Investor beobachten sollte, sind Freehold Properties und RealCanna. Beide Firmen sind leider bisher noch in privater Hand und nicht an der Börse notiert. Nichtsdestotrotz wird damit gerechnet, dass diese Firmen einen IPO wagen werden, sobald an der Börse wieder höhere Kurse zu erwarten sind.