• Nahezu alle REITs sind stark gefallen, aber es gibt sehr deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen.
  • In der Krise teilt sich die Spreu vom Weizen – auch bei den REITs.
  • Mit der Live-Datenbank konnten die stabilsten REITs schnell identifiziert werden.

In meinem letzten Artikel vom 05.04.2020 habe ich erklärt, wie die REITs die Auswirkungen der Corona-Krise bisher erlebt haben. Bereits in diesem Artikel war die große Erkenntnis, dass nicht alle REITs gleich betroffen sind, sondern sogar sehr starke Unterschiede bei der Kursentwicklung vorliegen.

REITs stellen eigentlich einen Anker der Stabilität dar. Und tatsächlich trifft das auf die Immobilien in ihren Portfolien auch weiterhin zu. Denn diese stehen natürlich noch und sind in den letzten Wochen natürlich weder strukturell schlechter worden, noch können sie nun nicht mehr ihren Zweck erfüllen.

Das Übel – oder wie sich unten zeigen wird, auch das Glück – der REITs liegt allein in ihren Mietern. Je nach Branche der REITs, wurden die Immobilien an äußerst unterschiedliche Mieterstrukturen vermietet. Vereinzelnd kommt es sogar innerhalb einer REITs-Kategorie zu sehr großen Unterschieden.

So bin ich bei meiner Analyse vorgegangen:

Um die unterschiedliche Betroffenheit der REITs-Kategorien zu analysieren habe ich die Live-Datenbank verwendet, die es seit März gratis zu jedem Buchkauf von „REITs und Immobilienaktien verstehen“ gibt. Mit ihr konnte ich anhand der minütlich aktualisierten Kennzahlen filtern, welche REITs am stabilsten waren und die geringsten Kurseinbrüche verzeichnen mussten. Dann konnte ich die Ergebnisse anhand meiner persönlichen Kriterien, wie z.B. der Marktkapitalisierung oder der Dividendenrendite sortieren, um so perfekte REITs für ein krisensicheres Investment zu identifizieren.

Schritt 1: Zu erst habe ich anhand der Datenbank diejenigen REITs und Branchen identifiziert, die am wenigsten stark gefallen sind. Hierzu habe ich die Spalten „52-Wochen-Performance“ und „Schwankungsintensität“ nach Größe sortiert. Ich hab mir dann diejenigen Firmen und Branchen notiert, die die geringste, negative 52-Wochen-Performance oder eine möglichst niedrige Schwankungsintensität aufweisen konnten.

Schritt 2: Die Ergebnisse aus Schritt 1 habe ich nun über die Filterfunktion der Datenbank ausgewählt und alle anderen ausgeblendet. Das geht entweder, indem man sich alle positiv aufgefallenen Branchen anzeigen lässt (der einfacherer Weg) oder indem man die positiv aufgefallenen Firmen auswählt (etwas aufwendiger). Das Ergebnis dieser Filterfunktion konnte ich nun wieder nach Dividendenrendite oder Marktkapitalisierung sortieren.

Meine Ergebnisse: Die ganze Analyse hat mit der Live-Datenbank gerade einmal knappe 5 Minuten gedauert. Das Ergebnis bestätigt meine o.g. Einleitung, dass die REITs sehr unterschiedlich auf die Krise reagiert haben und dass dies hauptsächlich in der Mieterstruktur liegt.

Sehr sehr eindeutig konnten somit Datacenter, Funktürme und Ackerland als die stabilsten REITs identifiziert werden. Dieses Ergebnis ist, wenn man sich das Verhalten der Menschen in der Krise betrachtet, auch gar nicht überraschend: Denn da die Bevölkerung größtenteils in Zeitarbeit oder Homeoffice ist, steigt sowohl die Nachfrage nach Gaming, TV und Streaming, wie auch nach mobilen Office-Diensten. Diest sorgt für eine stabile Nachfrage nach den Diensten von Datacentern und Funktürmen. Genauso logisch ist die stabile Nachfrage nach Ackerland, denn die Nahrungsversorgung wird weiterhin nachgefragt und wird notfalls auch mit hoher Sicherheit staatlich gestützt.

Bei Timber-REITs hätte ich ebenfalls einen stabilisierenden Effekt erwartet, denn Wälder und Baumbestände sollten auch langfristig jeder Krise trotzen können. Dennoch ist ihr Kursverlust stärker ausgefallen, als bei klassischem Ackerland. Denn: Holz ist gerade in den USA ein wichtiger Baustoff und die Bauindustrie wird sich vermutlich ebenfalls abschwächen.

Weiterhin konnten Ground-Lease-REITs sich sehr gut über Wasser halten, genauso wie Storage- und regionale Retail-REITs, die sich auf den Einzelhandel der Grundversorgung spezialisiert haben. Letztere Informationen sind zwar nicht aus der Datenbank herauszulesen, man findet sie jedoch in den Unternehmensvorstellungen im Buch.

Zuguterletzt ließ sich feststellen, dass auch einige Industrial-REITs recht stabil geblieben sind. Dies scheint jedoch nur für diejenigen mit der größten Marktkapitalisierung zu gelten. Denn diese haben eine notwendige, kritische Masse an einer breit diversifizierten Mieterstruktur erreicht, um nicht von einzelnen Mietern abhängig zu sein.

Allgemein weisen die stabileren REITs eine geringere Dividendenrendite auf, als diejenigen, die stärker gefallen sind. Auch das ist nicht überraschend, da bei fallenden Kursen eh die rechnerische Dividendenrendite steigt. Weiterhin waren viele Datacenter- und Funkturm-REITs schon vor der Krise stark gestiegen und haben dieses Niveau annähernd halten können. Bei den hohen Renditen der stark gefallenen REITs sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen. Denn noch stehen diese Renditen nur auf dem Papier. Dividendenkürzungen, von denen ich stark ausgehe, sind noch gar nicht verkündet und werden viele dieser optisch hohen Prozentwerte noch relativieren. Unter diesem Blickwinkel sollten die Dividenden der oben identifizierten, stabilen REITs deutlich sicherer sein!

Ausblick:

Durch die starke Nachfrage nach der Live-Datenbank (viele Leser haben sich per E-mail oder Instagram gemeldet und um Zugang gebeten) und die schnelle, intuitive Benutzung, mit der sich schnell geeignete Anlagemöglichkeiten finden lassen, wird dieses Konzept weiterentwickelt.

Für das Buch „REITs in Asien“, welches demnächst veröffentlicht wird, wird es ebenfalls eine entsprechende Live-Datenbank als gratis Bonusmaterial geben.

Weiterhin wird eine große Datenbank entwickelt. Diese umfasst ca. 300-400 REITs und Aktien mit Immobilienschwerpunkt und verfügt über die gewohnten Funktionen zum Suchen und Filtern. In dieser Datenbank werden somit deutlich mehr REITs gescreent werden, als in die Bücher gepasst hätten und sollten keinen Investoren-Wunsch unerfüllt lassen.

Alle Datenbanken können auch unabhängig vom Kauf eines Buches erworben werden.

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